Entwicklungsminister kritisiert Weltklimakonferenz

Der Entwicklungsminister Müller kritisiert die bisherigen Ergebnisse der Weltklimakonferenz.

Der geschäftsführende Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die bisherigen Verhandlungsergebnisse bei der UN-Klimakonferenz COP26 scharf kritisiert. "Die sich abzeichnenden Beschlüsse reichen nicht aus, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen", sagte Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstagsausgaben). Die geschäftsführende Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) äußerte sich hingegen optimistischer mit Blick auf das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens.

"Auch die Unterstützungsangebote für die Entwicklungsländer, selbst wenn sie voll umgesetzt werden, sind absolut unzureichend zur Anpassung an den bereits stattfindenden Klimawandel", kritisierte Müller zudem. "Notwendig ist ein Klimalastenausgleich von Reich zu Arm." Die Anhebung des 100 Milliarden-Dollar-Ziels für die internationale Klimafinanzierung auf 150 Milliarden sei ebenso notwendig wie eine private Investitionsoffensive mit Anreizen und Absicherungen für grünes Wachstum und Energiekonzepte in den Entwicklungsländern.

Die Industriestaaten hatten sich bereits 2009 dazu verpflichtet, ab 2020 eine jährliche Gesamtsumme von 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz in ärmeren Ländern aufzubringen. Das Ziel wird jedoch verfehlt und auch ein späteres Erreichen der Zielmarke ist nicht gesichert. Das nicht eingelöste Versprechen belastet die Verhandlungen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

Bundesumweltministerin Schulze hält das 1,5-Grad-Ziel indes immer noch für erreichbar. Zwar könne kein einzelnes Land garantieren, dass die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt wird, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). "Manchmal kann kommt es einem fast unmöglich vor, aber es gibt auch Gründe zur Hoffnung."

"So viel, wie sich in den letzten Jahren beim Thema Klimaschutz bewegt hat, können wir es schaffen, die 1,5 Grad in Reichweite zu halten", erläuterte die SPD-Politikerin. Es komme darauf an, dass die USA ihre Versprechen einhielten und China sich mehr zutraue als bisher zugesagt. "Klar ist aber: Der diplomatische Einsatz wird auch nach Glasgow weitergehen müssen", sagte Schulze.

Die COP26 läuft bis zum 12. November. Vertreter von 197 Nationen verhandeln in Glasgow über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015. Das Abkommen sieht die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, idealerweise 1,5 Grad, im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vor. Experten und die UNO warnen aber, dass die Erde derzeit auf eine Erwärmung von 2,7 Grad in diesem Jahrhundert zusteuert.

noe



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