CDU-Chef muss "in der Mitte stehen"

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen hat bei der Entscheidung über die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet vor einer zu konservativen Ausrichtung der Partei gewarnt.

Die Partei brauche "konservatives Gedankengut, konservative Politik und Politiker", sagte Röttgen am Montag im Deutschlandfunk. Dies spiegele aber nur einen Teil der vielfältigen Positionen an der Parteibasis wider. Für ihn sei deshalb klar, dass der neue Parteichef "in der Mitte stehen" müsse.

Röttgen, der als ein möglicher Bewerber für die Laschet-Nachfolge gilt, sieht sich als Vertreter "der modernen Mitte" in der Partei. Es sei sein Anspruch, die CDU "voranzutreiben (...) an dieser Stelle", sagte er.

Es sei zwar richtig, dass es in der Partei teilweise den Wunsch nach einer konservativeren Ausrichtung gebe, räumte Röttgen ein. "Aber es ist weit davon entfernt, dass das die Mehrheit unserer Mitglieder ist." Wer dies behaupte, "der hat von dieser Basis jedenfalls keine Ahnung"

Präsidium und Bundesvorstand der CDU entscheiden am Dienstag, ob bei der Entscheidung über den künftigen Parteivorsitzenden erstmals die derzeit rund 400.000 Mitglieder befragt werden sollen. Dafür hatten sich am Wochenende die mehr als 300 Kreisvorsitzenden der Partei ausgesprochen.

In der Partei wird eine Reihe von möglichen Bewerbern für Laschets Nachfolge genannt. Neben Röttgen gehört zu ihnen auch der frühere Fraktionschef Friedrich Merz, der für eine deutlich konservativere Ausrichtung steht. Genannt werden auch Gesundheitsminister Jens Spahn, Fraktionschef Ralph Brinkhaus und der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsunion, Carsten Linnemann. Keiner von ihnen hat aber bisher offiziell eine Kandidatur erklärt.

mt/cha



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