Nasa verschiebt Weltraummission

Die Nasa verschiebt den Start der Weltraummission mit dem deutschen Astronauten Maurer.

Der deutsche Astronaut Matthias Maurer muss noch etwas länger auf seinen Flug ins All warten: Die US-Weltraumagentur Nasa hat den eigentlich für Sonntag geplanten Start seiner SpaceX-Raumkapsel auf kommenden Mittwoch verschoben. Grund sei ein heranziehendes Sturmtief. SpaceX erklärte, sollte ein Start auch am Mittwoch unmöglich sein, gebe es eine weitere Ausweichmöglichkeit auf Donnerstag.

Das heranziehende Sturmtief bringt laut Nasa zum ursprünglich geplanten Raketenstart am Sonntag entlang der Flugroute der Raumkapsel Winde und Wellen im Atlantischen Ozean mit sich. Am Mittwoch ist demnach nun ein Start für 01.10 Uhr (Ortszeit in Cape Canaveral, 06.10 Uhr deutscher Zeit) anvisiert. Ein Andocken an die Internationale Raumstation ISS ist dann für 04.00 Uhr am Donnerstag deutscher Zeit vorgesehen.

Auch Maurer selbst verwies am Samstag bei Twitter auf die schlechten Wetterbedingungen zum ursprünglich geplanten Start. "Genießen Sie Ihren Sonntagsschlaf und ein paar weitere Tage, um sich an den Wechsel von MESZ zu MEZ zu gewöhnen", fügte er hinzu.

Maurer war vor wenigen Tagen am Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida angekommen. Für seine erste Mission "Cosmic Kiss" wird der 51-jährige Astronaut der Europäischen Weltraumagentur ESA ein halbes Jahr lang auf der Internationalen Raumstation ISS leben und arbeiten. 

Maurer ist nach Alexander Gerst der zweite Deutsche im europäischen Astronautenkorps und der erste deutsche Astronaut, der an Bord einer kommerziellen SpaceX-Raumkapsel zur ISS fliegt. Insgesamt ist der Saarländer der zwölfte Deutsche im All.

Während der Mission auf der ISS sind mehr als hundert wissenschaftliche Experimente geplant, von denen 36 in Deutschland entwickelt wurden. Forschen wollen Maurer und seine Crew in Bereichen von Physik, Biologie, Medizin und künstlicher Intelligenz und dabei neue Technologien erproben. Zur Erde zurückkehren soll Maurer im April 2022.

Der promovierte Materialwissenschaftler durchlief ein mehrstufiges jahrelanges Auswahlprogramm, bevor er 2015 in das Astronautenkorps der ESA aufgenommen wurde. Danach folgten weitere Ausbildungsschritte. Für seine Mission auf der ISS absolvierte Maurer zudem noch einmal kräftezehrende Spezialtrainings – darunter für Überlebensstrategien in der Kälte und medizinische Notfallmaßnahmen. So kann er notfalls auch Zähne ziehen. 

Auf der Raumstation erwartet den Astronauten, der am 18. März seinen 52. Geburtstag in der Schwerelosigkeit feiern wird, ein minutiös durchgeplantes Versuchsprogramm. Platz für persönliche Entfaltung lässt die Mission kaum. Seine erste Erdumrundung aber will Maurer nach eigenen Angaben auf jeden Fall am kuppelartigen Weltraumfenster der ISS genießen.

jep/jes



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