Preußen verliert mit Kampf

Mühsam in Münster: Hertha nimmt die Regionalliga-Hürde ohne Glanz auf.

Der Traum vom Finale im eigenen Stadion lebt: Nach einem Kraftakt steht Fußball-Bundesligist Hertha BSC im Achtelfinale des DFB-Pokals. Die Berliner setzten sich beim Regionalligisten Preußen Münster mühevoll mit 3:1 (1:1) durch und schafften damit zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren den Sprung unter die besten 16 Teams.

Vor 11.037 Zuschauern im ausverkauften Preußenstadion trafen Stevan Jovetic (3.), Ishak Belfodil (79.) und Marco Richter (83.) für die Gäste. Thorben-Johannes Deters (41.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich. Der Außenseiter spielte nach Gelb-Rot gegen Nicolai Remberg (45.+1, unsportliches Verhalten) eine Halbzeit lang in Unterzahl, den Vorteil nutzte Hertha spät aus.

Nach dem glücklichen Weiterkommen durch die Wechselpanne von Bundesligist VfL Wolfsburg waren die Preußen die Partie demütig angegangen. "Wir wissen, dass auch da Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen müssen", hatte Sportdirektor Peter Niemeyer dem SID gesagt.

Auf dem Feld kassierte der Regionalligist schon nach etwas mehr als zwei Minuten die kalte Dusche. Davie Selke, der sein Team in der ersten Runde in Meppen mit seinem späten Siegtreffer vor der Verlängerung bewahrt hatte, flankte auf Dennis Jastrzembski. Dessen Direktablage verwandelte Jovetic, einer von gleich acht Neuen im Team gegenüber dem 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach, zur Führung.

Nach einer Viertelstunde wurde Münster etwas mutiger. Beim Abschluss von Deters musste Berlins Keeper Alexander Schwolow erstmals eingreifen (16.). Auch den platzierten Freistoß von Marvin Thiel klärte Schwolow reaktionsschnell (25.).

Auf der Gegenseite verhinderte Keeper Maximilian Schulze-Niehues mit dem Fuß Jovetics zweiten Treffer (21.). Unkonzentrierte Aktionen des Regionalligisten bestraften die Berliner mit gefährlichen Kontern, doch insgesamt enttäuschte der Favorit.

Im eigenen Ballbesitz war Münster längere Zeit ungefährlich - bis kurz vor der Pause. Erst umkurvte Alexander Langlitz Schwolow und traf aus spitzem Winkel den Pfosten, im Nachschuss war dann Deters zur Stelle und brachte das Stadion zum Beben.

Mit der letzten Aktion vor dem Seitenwechsel sorgte der Außenseiter dann selbst für eine Euphoriebremse. Der bereits verwarnte Remberg sank im Hertha-Strafraum theatralisch zu Boden und sah folgerichtig Gelb-Rot (45.+1).

In Überzahl taten sich die Berliner weiterhin schwer. Anstatt sich zu verstecken, setzte Münster die ersten Nadelstiche. Der eingewechselte Suat Serdar vergab mit einem Schlenzer die erste nennenswerte Möglichkeit der Berliner in Halbzeit zwei (65.), Deyovaisio Zeefuik scheiterte an Schulze-Niehues (70.). Dann trafen die Joker Belfodil und Richter.



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