Umfrage zum individuellen Umgang mit Corona

Neue Studie von Psychologen der Universitäten Münster, München und Osnabrück

Das Leben von Millionen Menschen weltweit hat sich durch die Coronapandemie stark verändert. Wir alle haben sehr unterschiedliche Wege gefunden, mit diesen Veränderungen umzugehen. Doch wie lassen sich diese Unterschiede erklären? Und welche Strategien, mit der Coronakrise umzugehen, sind für wen am hilfreichsten? Diese und weitere Fragen möchte das von der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster organisierte Verbundprojekt „Coping with Corona“ (CoCo) beantworten. Ziel der weltweiten und mit 1,4 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Umfrage-Studie ist es, Unterschiede im Umgang mit Corona besser zu verstehen und individualisierte Maßnahmen für diese und zukünftige Krisen abzuleiten.

Nicht nur unsere finanzielle, berufliche oder familiäre Ausgangssituation beeinflusst, welchen Effekt die Coronakrise auf unser alltägliches Leben hat. Auch unser Charakter – zum Beispiel wie wir persönlich auf Herausforderungen reagieren – hat einen maßgeblichen Einfluss auf unser emotionales Wohlbefinden in anspruchsvollen Zeiten wie diesen. „Menschen unterscheiden sich darin, wie sie die Pandemie bewältigen“, erklärt Dr. Mitja Back, Psychologie-Professor an der WWU und Sprecher des CoCo-Projekts. „Diese Unterschiede müssen wir verstehen, damit wir die Menschen im nächsten Schritt individuell bei der Bewältigung unterstützen können.“


Für diese Aufgabe haben sich Forschungsteams der WWU, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und der Universität Osnabrück sowie der Stanford University in Kalifornien, der Columbia University in New York und der University of Texas mit Wissenschaftlern aus mehr als 25 Ländern (unter anderem Deutschland, Großbritannien, Italien, USA, Brasilien, Russland, Australien) zusammengeschlossen. Sie verantworten eine weltweite Online-Studie, an der interessierte Bürger teilnehmen können.


Die Studie zeichne sich dadurch aus, dass die Teilnehmer über einen Zeitraum von vier Wochen begleitet werden und regelmäßig kurze Angaben zu ihrem alltäglichen Erleben abgeben können, betont Prof. Dr. Markus Bühner von der LMU München. „Diese sogenannte Experience-Sampling-Methode ermöglicht es uns, ein authentisches Bild der Gefühle, Sorgen, Hoffnungen und sozialen Alltagserfahrungen der Teilnehmer zu bekommen”, unterstreicht Prof. Dr. Maarten van Zalk von der Universität Osnabrück.


In welchen Situationen waren die Studien-Teilnehmer besonders glücklich? Was zeichnete sie aus? Wie ist ihre Art, mit der Coronakrise umzugehen, zu bewerten? Die Teilnehmer sollen im Laufe der Studie ein detailliertes Feedback zu verschiedenen Aspekten ihrer persönlichen Einstellungen, ihrer sozialen Erfahrungen und ihres emotionalen Erlebens bekommen.


Universität Münster


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