Kurzstreckenflug-Verbot gefordert

Umwelt- und Mobilitätsorganisationen fordern Verbot von Kurzstreckenflügen.

Ein Zusammenschluss von 14 Organisationen aus dem Umwelt- und Mobilitätsbereich fordert angesichts der bevorstehenden Koalitionsverhandlungen ein Verbot von Kurzstreckenflügen. "Der Flugverkehr ist die klimaschädlichste und ungerechteste Form der Mobilität", erklärte der Flugverkehrsreferent bei der Umweltorganisation Robin Wood, Jonas Asal, am Mittwoch. Die Organisationen fordern ein Verbot von Flügen, deren Ziel innerhalb von vier Stunden mit dem ICE erreichbar ist. Auch Subventionen für den Flugverkehr sollten gestrichen werden.

Neben Robin Wood gehören auch der BUND, die Bundesvereinigung gegen Fluglärm, die Initiativen Stay Grounded und Am Boden Bleiben sowie mehrere regionale Verbände gegen Fluglärm und den Ausbau von Flughäfen zu den Unterzeichnern des Aufrufs. Angesichts des Pariser Klimaabkommens und des Klimaurteils des Bundesverfassungsgerichts müsse klimafreundlichen Alternativen zum Fliegen Vorrang eingeräumt werden, argumentierten die Unterzeichner. 

Die Organisationen forderten deshalb einen sozial gerechten und ökologischen Ausbau des Bahnverkehrs in Deutschland. Durch die Einführung des Deutschlandtakts könnten Reisen von bis zu 600 Kilometer ohne Komfortverlust auf die Schiene verlegt werden. Die Hälfte aller innerdeutschen Flüge könne bereits jetzt durch eine Bahnfahrt von maximal vier Stunden ersetzt werden, erklärte der Sprecher des Arbeitskreises Verkehr des BUND, Werner Reh. Dadurch ließen sich jährlich 1,6 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

In einem zweiten Schritt sollten auch Flugreisen bis 1500 Kilometer überflüssig gemacht werden, forderten die Unterzeichner des Aufrufs. Außerdem sollten Behörden und Unternehmen ihre Richtlinien für Reisekosten ändern und ihre Beschäftigten so zu Bahnreisen und der Nutzung von Videokonferenzen anhalten.

fho/jm



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