Tatort Folge 1174: Unsichtbar

Winzige Nanopartikel, die im Körper des Betroffenen unerträgliche Schmerzen verursachen, aber keine äußeren Spuren hinterlassen und im Blut nicht oder kaum nachzuweisen sind – kurzum: die perfekte Mordwaffe.

Damit haben es die beiden Dresdner Ermittlerinnen Karin Gorniak, dargestellt von Karin Hanczewski, und Leonie Winkler, gespielt von Cornelia Gröschel, in ihrem sechsten gemeinsamen Fall zu tun. Die sonst so tough und souverän auftretende Gorniak gerät in ihrem zwölften Einsatz als Tatort-Kommissarin dabei selbst in die Opferrolle und wird außerdem mit einem dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Die 1174. Tatort-Episode mit dem Titel „Unsichtbar“, die innerhalb der üblichen vier Wochen vom 22.09. bis zum 21.10.2020 in Dresden gedreht wurde, ist eine Produktion der MadeFor im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks für Das Erste. Zu sehen ist der TV-Krimi am Sonntag, dem 17. Oktober 2021 um 20:15 Uhr im Ersten Programm der ARD.

Inhalt der Tatort-Folge Unsichtbar

Verbrecherjagd in Dresden: Die beiden Oberkommissarinnen Karin Gorniak und Leonie Winkler verfolgen einen flüchtigen Täter. Winkler springt aus dem Einsatzfahrzeug, hechtet hinter dem Mann her, zwingt ihn zu Boden – doch ihre Kollegin fehlt. Gorniak bricht auf dem Bürgersteig unter höllischen Schmerzen zusammen, jede Bewegung tut ihr weh. Kurze Zeit später sind die Schmerzen wie weggeblasen – nur nicht das Gefühl, ihre Kollegin im Stich gelassen zu haben, und die Frage, woher diese seltsamen Schmerzattacken kommen.

Anna Schneider (Milena Tscharntke) ist auf offener Straße tot zusammengebrochen, daneben Leo Winkler (Cornelia Gröschel, li.) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski).  Foto: ORF/ARD/Hardy Spitz.

Am nächsten Tag wird im MDR-Tatort „Unsichtbar“ die 29-jährige Anna Schneider leblos mitten auf der Straße aufgefunden. Laut vorläufiger Obduktion hat sie einen Herzstillstand erlitten. Also ist es eigentlich kein Fall für die Kripo – wäre da nicht der anonyme Stalker, der die junge Cafébesitzerin in letzter Zeit verfolgt, ihr tote Ratten vor die Tür gelegt und sie mit Anrufen belästigt hat. Und schließlich, so berichtet es eine Kollegin, habe Anna Schneider in den letzten Tagen unter schier unerträglichen Schmerzen gelitten, für die es keine Erklärung gegeben habe. Auch kurz vor ihrem Tod wurde sie von heftigen Schmerzattacken heimgesucht. Das sind dann doch ein paar seltsame Zufälle zu viel für die beiden Tatort-Kommissarinnen Gorniak und Winkler, auch wenn ihr Chef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) immer noch an einen natürlichen, wenn auch tragischen Tod glauben will, zumal im Körper der Toten keinerlei giftige Substanzen nachgewiesen werden können. Aber eine kerngesunde 29-Jährige, die aus heiterem Himmel einen Herzstillstand erleidet? Das wollen Karin und Leo einfach nicht wahrhaben.

Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) telefoniert an seinen Dienstwagen gelehnt, auf der anderen Seite Leo Winkler (Cornelia Gröschel). Foto: ORF/ARD/Hardy Spitz.

Gerade für Karin Gorniak wird der Fall Anna Schneider immer unheimlicher, denn schließlich plagen auch sie seit einigen Tagen heftige Schmerzen. Außerdem werden ihr von einem anonymen Absender merkwürdige Videoschnipsel einer Studentenparty aus den Neunzigern zugespielt, teilweise mit der Aufforderung „Erinnere dich!“ versehen. Aber an was soll Karin sich erinnern, und vor allem: warum? Der Arzt bescheinigt ihr jedenfalls vollumfängliche Gesundheit und hat auch keine Erklärung für die plötzlichen Anfälle. Also verdrängt die Oberkommissarin ihre Ängste zunächst. Schließlich hat sie schon Stress genug mit ihrem fast 18-jährigen Sohn Aaron, der pünktlich zur Volljährigkeit ausziehen und mit Freunden eine WG in Chemnitz gründen möchte – ein Albtraum für Karin, deren mütterlicher Beschützerinstinkt natürlich sofort geweckt ist. Vor ihrer jüngeren Partnerin Leo Winkler kann Gorniak ihren kritischen Zustand aber nicht länger verbergen. Sie vertraut sich ihr an, allerdings beschließen beide, ihrem Chef Schnabel zunächst nichts davon zu erzählen, denn dann würde er Gorniak wohl sofort von dem Fall abziehen. Und dieser wird im MDR-Tatort „Unsichtbar“ nun doch noch interessant, denn es gibt gleich mehrere Verdächtige. Nils Klotsche zum Beispiel, der Ex-Freund der Toten. Wollte er sich womöglich an Anna für ihre Affäre mit dem Bootsverleiher Lucas Dreesen rächen? Klotsche arbeitet in einem wissenschaftlichen Institut, das Nanopartikel erforscht, die in der Krebstherapie eingesetzt werden und schmerzlindernd wirken sollen. Er hat also Zugang zu chemischen Substanzen, aus denen sich eine tödliche Waffe herstellen ließe. Aber wäre der vom Tod der einstmals großen Liebe selbst traumatisierte Klotsche dazu überhaupt in der Lage? Oder hätte der Liebhaber Dreesen ein Motiv gehabt? Fragen über Fragen, und noch immer gibt es keinen eindeutigen Hinweis auf eine Vergiftung des Opfers. Kein Wunder also, dass Kommissariatsleiter Schnabel nun endgültig aufgeben und den Fall zu den Akten legen will. So bleibt Leo keine andere Wahl: Sie muss ihrem Chef von Karins Schmerzattacken und ihrer Vermutung, dass diese etwas mit dem Fall zu tun haben könnten, erzählen. Der leicht cholerische Schnabel, der gern alles unter Kontrolle hat, reagiert, wie er immer auf Alleingänge seiner selbstbewussten Kommissarinnen reagiert: in einer Mischung aus Hilflosigkeit und Wut, wobei letztere ziemlich schnell wieder verfliegt.

Jedenfalls gibt es im TV-Krimi „Unsichtbar“ nun erst recht einen Grund, das Institut, in dem Nils Klotsche arbeitet, genauer unter die Lupe zu nehmen. Hat Klotsche seiner ehemaligen Freundin doch einen Giftcocktail gemixt, aus Rache an ihrer verschmähten Liebe? Und welche Rolle spielt Professor Mühl, der etwas aufbrausende Institutsleiter? Und dann ist da noch seine Assistentin Martha Marczynski, eine hochtalentierte und ehrgeizige Wissenschaftlerin, die aber auch sehr distanziert und unterkühlt wirkt. Während ihrer Vernehmung als Zeugin meint Karin, sie schon einmal gesehen zu haben. Aber wo ist sie Martha begegnet? Sie kann sich nicht erinnern. Doch noch während sie darüber nachdenkt, durchfährt die Kommissarin eine derart heftige Schmerzattacke, dass sie bewusstlos wird und ins Krankenhaus eingeliefert werden muss.

Die immer intensiveren Schmerzen, winzige Nanobots, die zwar zur Schmerzlinderung und Tumorverkleinerung eingesetzt werden sollen, aber auch so manipuliert werden können, dass sie genau die gegenteilige Wirkung erzielen, dazu die seltsamen Videobotschaften aus einer anderen Zeit, auf die sich Karin einfach keinen Reim machen kann – wie passt das alles zusammen? Fest steht: Der oder die Mörder/-in hat die Kommissarin bereits im Visier – und wartet nur auf den richtigen Moment, um sie in die Falle zu locken …


Titelbild: Karin Gorniak (Karin Hanczweski) lässt sich von Gerichtsmediziner Jonathan Himpe (Ron Helbig) Blut abnehmen, um die Probe mit dem Blut des Opfers vergleichen zu können, im Hintergrund Leo Winkler (Cornelia Gröschel).

Fotos: ORF/ARD/Hardy Spitz.



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