Von der Leyen macht Druck

Ursula Von der Leyen drängt Kosovo und Serbien zu Verhandlungslösung.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Serbien und das Kosovo zu einem Abbau der gegenseitigen Spannungen im Dialog gedrängt. "Es ist sehr wichtig, zu deeskalieren und an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um eine Lösung zu finden", sagte sie am Mittwoch bei einem Treffen mit dem kosovarischen Ministerpräsidenten Albin Kurti in der Hauptstadt Pristina. Sie sei "sehr besorgt über die derzeitige Krise" mit Serbien, bekräftigte sie.

Nach von der Leyens Angaben trafen unterdessen in Brüssel Unterhändler Serbiens und des Kosovo zusammen. "Ich hoffe, dass sie ein starkes Mandat haben", sagte die Kommissionspräsidentin.

Ihre Vermittlungsmission begründete von der Leyen mit der deutschen Geschichte: Sie komme "aus einem Land, das den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust verursacht hat", sagte die frühere Verteidigungsministerin. Nur eine Aufarbeitung der Geschichte und der Respekt vor den Toten führe "zur Versöhnung, die so nötig ist", betonte sie mit Blick auf die Balkankriege in den 90er Jahren.

Von der Leyen wollte im Anschluss nach Montenegro und Serbien weiterreisen. In Belgrad war am Abend ein Treffen mit Präsident Aleksandar Vucic geplant. Auch gegenüber Vucic wolle sie deutlich machen, dass Dialog der einzige Weg sei, sagte sie.

Die Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo hatten sich in den vergangenen Tagen massiv verschärft, was Befürchtungen vor einer gewaltsamen Eskalation nährte. Auslöser war ein Streit um die gegenseitige Anerkennung von Nummernschildern.

lob/ju



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