IHK prüft Azubi-Wissen für Industrie 4.0

36 Auszubildende absolvieren neue Zusatzqualifikation

Münsterland/Emscher-Lippe-Region. – 36 Auszubildende von Unternehmen aus dem Münsterland haben bei der IHK Nord Westfalen in Münster an der ersten „Kompetenzfeststellung Digitale Fertigungsprozesse“ teilgenommen. Auf diese neue Prüfung vor der IHK haben sich die Auszubildenden an Berufskollegs in Beckum, Bocholt und Ibbenbüren in 220 Unterrichtsstunden speziell vorbereitet. Initiator der „Zusatzqualifikation Digitale Fertigungsprozesse“ ist die Nachwuchsstiftung Maschinenbau. Die entsprechende Zertifikatsprüfung wurde von der Stiftung gemeinsam mit den nordrhein-westfälischen IHKs erarbeitet. Die Kompetenzfeststellung gilt als zentrales Element der landesweiten Qualifizierungsoffensive in der beruflichen Ausbildung, „NRWgoes.digital“.  


„Die Premiere der Kompetenzfeststellung ist ein wichtiges Zeichen, dass die Qualifizierung von Fachkräften für die Digitalisierung in der Industrie vorankommt und möglichst früh ansetzen muss“, betonte Carsten Taudt, Leiter des Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung der IHK Nord Westfalen. Gleichzeitig steigert die neue Prüfung nach Ansicht des Bildungsexperten die Attraktivität der industriell-technischen Ausbildung. „Sie wird dadurch für ambitionierte Schulabgänger interessanter“, ist Taudt sicher und empfiehlt Unternehmen schon deshalb, diese Zusatzqualifikation anzubieten. Auszubildende, die die Zusatzqualifikation erfolgreich absolvieren, „positionieren sich damit gleich in der Pole-Position am Arbeitsmarkt“, prognostiziert er.

 

Für Peter Bole, Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau, ist die Premiere der Kompetenzfeststellung in Münster „ein wichtiger Meilenstein“ im Bemühen der Stiftung, qualifizierten Nachwuchs für die digitale Transformation zu gewinnen: „Das ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus", betont er und freut sich über die gute Zusammenarbeit mit der IHK und den teilnehmenden Berufskollegs. „Die sich permanent wandelnde Arbeitswelt erfordert gerade in der beruflichen Bildung die Vermittlung aktueller Themen.“ Die Kompetenzfeststellung der IHK Nord Westfalen knüpfe genau an diese Veränderungen in der Arbeitswelt an und lege den Grundstein für die Arbeit in der Industrie 4.0. „Auszubildende können sich Fachwissen aneignen und sich so für den Wandel wappnen“, erklärt Bole.

 

In acht Modulen, die sich an der industriellen Wertschöpfungskette orientieren, haben sich die Auszubildenden auf die Prüfung vor der IHK vorbereitet. Auf dem Unterrichtsplan standen beispielsweise Themen wie Prozessanalyse, IT-Security, Datenanalyse und vernetzte Fertigungssysteme, aber auch die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt. Die Inhalte wurden ergänzend zur eigentlichen Berufsausbildung in den Berufskollegs vermittelt.

 

Der nächste Durchgang der Zusatzqualifikation, die mit der Kompetenzfeststellung vor der IHK Nord Westfalen endet, startet im Herbst 2021 bzw. Frühjahr 2022. Angeboten wird die Vorbereitung auf die Kompetenzfeststellung an sieben Berufskollegs im IHK-Bezirk Nord Westfalen.

 

Zielgruppe der neuen Zusatzqualifikation sind zwar vor allem leistungsstarke Auszubildende in industriell-technischen Ausbildungsberufen. Laut IHK kann diese Prüfung aber auch von entsprechend qualifizierten Fachkräften in industriell-technischen Berufen absolviert werden.

 

Weitere Informationen: www.ihk-nordwestfalen.de/zqd

 

An der ersten Kompetenzfeststellung Digitale Fertigungsprozesse vor der IHK Nord Westfalen in Münster nahmen insgesamt 36 Auszubildende von unter anderem folgenden Unternehmen teil:

 

* apetito Aktiengesellschaft, Rheine

* B&B Verpackungstechnik GmbH, Hopsten

* Börger GmbH, Borken

* Ferro Umformtechnik GmbH & Co. KG, Stadtlohn

* Flender GmbH, Bocholt

* GEA Westfalia Separator Group GmbH, Oelde

* Hans von der Heyde GmbH & Co. KG., Hörstel

* Keller HCW GmbH, Ibbenbüren

* Miele & Cie. KG, Oelde

* Modine Neuenkirchen GmbH, Neuenkirchen

* Ruthmann Holdings GmbH, Gescher

* Spaleck Oberflächentechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft, Bocholt

* technotrans SE, Sassenberg

* Thies GmbH & Co. KG, Coesfeld

* thyssenkrupp Industrial Solutions AG, Beckum

* Wiewelhove GmbH, Ibbenbüren

* Windmöller & Hölscher Academy GmbH, Lengerich

* WINKELMANN GROUP GMBH & CO. KG, Ahlen

   

Foto/Bildzeile:

Kompetenzen für digitale Fertigungsprozesse geprüft: IHK-Teamleiter Thomas Kintrup gab vor dem Beginn der Prüfung letzte Hinweise.

Foto: IHK Nord Westfalen


Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen



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