UFO weist Schlichtsungsangebot zurück

"Wie in den letzten Monaten, so ändert sich auch jetzt nichts", heißt es in einem Schreiben der Tarifkommission an die Arbeitnehmer, welches der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat das Schlichtungsangebot von Germanwings kurz vor den angedrohten Streiks umgehend zurückgewiesen. "Wie in den letzten Monaten, so ändert sich auch jetzt nichts", heißt es in einem Schreiben der Tarifkommission an die Arbeitnehmer, welches der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag. Germanwings wolle mit "wohlfeilen Formulierungen" und "Spielchen" den Eindruck erwecken, das Unternehmen erfülle die Forderungen des Kabinenpersonals.

Dies sei aber mitnichten der Fall, heißt es in dem Schreiben. Wer die Germanwings-Mitteilung genau lese, sehe, "dass man uns nicht den von uns verhandelten Tarifvertrag, sondern die Regelungen der Lufthansa aufs Auge drücken will". Der Mutterkonzern Lufthansa habe aber weniger Teilzeitmöglichkeiten als Germanwings, einige Modelle seien nur befristet, andere ließen sich nicht kombinieren.

Das Schlichtungsangebot wiesen die Gewerkschaftsvertreter als Versuch der Konzernführung zurück, die Arbeitnehmer in die Friedenspflicht zu zwingen. Außerdem versuche Germanwings-Geschäftsführer Francesco Sciortino "mit wirklich unschöner Rhetorik", das Kabinenpersonal "unter Druck zu setzen". 

Germanwings sei am Samstag telefonisch noch einmal mitgeteilt worden, "was es braucht, um den Streik noch abzusagen", hieß es in dem Schreiben weiter. UFO habe "klare Forderungen" aufgestellt und würde darüber "zur Not" auch noch am Sonntag verhandeln, hob die Gewerkschaft hervor. Auf dieses Angebot habe Germanwings aber nicht reagiert. Angesichts des Vorgehens der Unternehmensführung sei hinsichtlich der Streiks zu befürchten, "dass drei Tage noch lange nicht genug sein werden".

UFO hatte am Freitag einen dreitägigen Streik bei Germanwings zum Jahreswechsel angekündigt. Gestreikt werden soll von Montag 00.00 Uhr bis Mittwoch 24.00 Uhr. An den Streiktagen soll ein Sonderflugplan gelten.

Hinter dem Arbeitskampf von UFO steht ein erbitterter Streit zwischen der Flugbegleitergewerkschaft und der Lufthansa: Der Konzern zweifelt die Vertretungsbefugnis von UFO für das Kabinenpersonal an und sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt. Die Streiks hält er daher für rechtswidrig. Nach Angaben von UFO geht es um Gehaltserhöhungen, betriebliche Altersvorsorge und Teilzeitregelungen bei den Lufthansa-Töchtern. 

Germanwings bot UFO am Samstag eine Schlichtung in allen offenen Tarifthemen und eine sofortige Übernahme des Teilzeit-Tarifvertrag der Lufthansa an. Die geplanten Streiks kritisierte Germanwings-Geschäftsführer Sciortino als unverhältnismäßig.

yb

© Agence France-Presse
Foto: dpa/picture-alliance


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