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Impfstoff: Zurück nach Afrika

EU schickt in Südafrika produzierte Corona-Impfdosen nach Afrika zurück

Angesichts zunehmender Kritik an der ungerechten Verteilung von Corona-Impfstoffen schickt die Europäische Union Millionen in Südafrika produzierte Impfdosen des US-Herstellers Johnson & Johnson auf den Kontinent zurück. Zudem werde die Firma Aspen Pharmacare, die das Corona-Vakzin als Lizenznehmer von J&J in Südafrika herstellt, keine weiteren Dosen nach Europa schicken, teilte der zuständige Gesandte der Afrikanischen Union (AU), Strive Masiyiwa, am Donnerstag bei einer Online-Pressekonferenz mit.

"Alle bei Aspen produzierten Impfstoffe werden in Afrika bleiben und an Afrika verteilt werden", sagte Masiyiwa. Die Vereinbarung des Unternehmens, Corona-Impfdosen an Europa zu liefern, sei "ausgesetzt" worden. Damit sei die Angelegenheit "in einer sehr positiven Weise korrigiert" worden. 

Die ersten Lieferungen der J&J-Impfdosen sollen dem AU-Gesandten zufolge noch in diesem Monat erfolgen. Aus der EU sollten der Vereinbarung gemäß bis Ende Dezember 200 Millionen Impfdosen nach Afrika zurückgeschickt werden. Der Ankündigung war ein Treffen von Südafrikas Staatschef Cyril Ramaphosa mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Berlin vorangegangen.

Wie der Leiter der Afrikanischen Zentren für Seuchenkontrolle und -vorbeugung, John Nkengasong, am Donnerstag bei der Pressekonferenz sagte, sind in Afrika nur 2,93 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirurs geimpft. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor gewarnt, voraussichtlich würden 42 von 54 afrikanischen Ländern das Ziel verfehlen, bis Ende dieses Monats die am stärksten gefährdeten zehn Prozent ihrer Bevölkerung gegen Corona zu impfen. "Das Horten von Impfstoffen hat Afrika zurückgeworfen und wir brauchen dringend mehr Impfstoffe", sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti, an die Adresse der reichen Industriestaaten.

yb