Afrika-Verein fordert Hilfe bei Impfprogrammen

"Wir sollten bilateral arbeiten und mehr Impfstoff an Afrika abgeben."

Vor der Konferenz der Initiative "Compact with Africa" hat der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft von der Bundesregierung Hilfe bei den Impfprogrammen des Kontinents gefordert. Deutschland müsse "jetzt helfen" und sich bemühen, viel enger mit den Regierungen afrikanischer Länder zusammenzuarbeiten, sagte der Vereinsvorsitzende Stefan Liebing den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Freitag. "Wir sollten bilateral arbeiten und mehr Impfstoff an Afrika abgeben."

Nicht jedes Land in Afrika sei gleich stark von der Corona-Pandemie betroffen, sagte Liebing. "Je nach Entwicklungsstand haben wir sehr unterschiedliche Ansteckungsraten", sagte Liebing. Der entscheidende Punkt sei nun aber, den Impfstoff möglichst flächendeckend zu verteilen.

Kurzfristig werde es nicht möglich sein, "die afrikanischen Bedarfe komplett in Afrika herzustellen", sagte der Vorsitzende des Afrika-Vereins weiter. "Aber wenn wir jetzt anfangen, eine zusätzliche Impfstoffquelle vor Ort durch lokale Produktion zur Verfügung zu stellen und das Schritt für Schritt wächst, dann kann es zumindest für die nächsten Krankheitswellen von großer Bedeutung sein."

Auch die Hilfsorganisation Brot für die Welt forderte, dass das Thema auf die Agenda des Treffens am Freitag gesetzt wird. "Es wird höchste Zeit, dass Deutschland ungenutzte Impfdosen an Afrika und andere Kontinente weitergibt", sagte ihre Referentin für Internationale Gesundheitspolitik, Mareike Haase, den RND-Zeitungen. "Millionen Dosen werden vernichtet, während in Afrika weniger als zwei Prozent der Menschen voll geimpft sind."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßt am Freitagnachmittag im Kanzleramt Staats- und Regierungschefs aus Ländern, die der G20-Initiative "Compact with Africa" angehören. Deren Ziel ist, die Investitionsbedingungen in afrikanischen Staaten zu verbessern und dadurch die Wirtschaft anzukurbeln.

hcy/bfi



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