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Würdigung für Moorschutz-Forschung

Deutscher Umweltpreis würdigt Forschung für Moorschutz und Artenvielfalt

Der Deutsche Umweltpreis würdigt in diesem Jahr Forschungen zum Schutz der Moore und zur Bedeutung der Artenvielfalt. Neben dem Moorforscher Hans Joosten vom Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald geht die Auszeichnung an die Ökologin Katrin Böhning-Gaese, Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums, wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Freitag in Osnabrück mitteilte.

Joosten werde für seine jahrzehntelange wissenschaftliche Arbeit über Moore als Klimaschützer und die gravierenden Folgen von Moor-Entwässerung für die Erderwärmung ausgezeichnet. Er habe "mit unermüdlichem Engagement überhaupt das Bewusstsein dafür geweckt, dass Moore unverzichtbare Verbündete bei der Überwindung der Klimakrise sind", erklärte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. 

Weltweit ist der DBU zufolge bereits etwa ein Fünftel der Moore entwässert, in Deutschland sind es sogar schon nahezu 95 Prozent – mit gravierenden Folgen für die Treibhausgasemissionen. Eine Wiedervernässung und Wiederherstellung der Lebensräume seien "ein entscheidender Schlüssel", um auf natürlichem Weg Kohlendioxid zu binden.

Mit Böhning-Gaese würdigt die DBU die Spitzenforschung zur  biologischen Vielfalt. Die Ökologin habe "einen enormen wissenschaftlichen Beitrag geleistet, damit wir begreifen, welche dramatischen Folgen der Artenverlust für Menschen und das gesamte Zusammenwirken des Planeten hat", hieß es. Die Forscherin untersucht demnach komplexe Folgen des Wandels von Klima und Landnutzung für Biodiversität und Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen, um präzise Vorhersagen von Umweltveränderungen in Ökosystemen zu ermöglichen.

Böhning-Gaese legte laut DBU zudem maßgeblich die Grundlagen für die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft für eine Agrarwende in Deutschland. Die Kommission empfahl bei der Vorlage ihres Abschlussberichts im Juli einen tiefgreifenden Umbau der Landwirtschaft in Deutschland.

"Der Deutsche Umweltpreis 2021 soll ein Signal sein: Wir haben nur eine Erde", betonte DBU-Generalsekretär Bonde. "Und wir müssen mit der Vielfalt des Lebens behutsam umgehen."

Der Deutsche Umweltpreis ist mit 500.000 Euro dotiert - die Summe teilen sich die Preisträger. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird den Preis am 10. Oktober in Darmstadt überreichen. Mit dem Umweltpreis zeichnet die DBU "Einsatz und Leistungen aus, die entscheidend und in vorbildhafter Weise zum Schutz und zur Erhaltung unserer Umwelt beigetragen haben".

hex/cfm