Starke Frauenfiguren und eine bitterböse Satire

Drei faszinierende, starke Frauenfiguren stellt Rainer Werner Fassbinder in das Zentrum seiner BRD-Trilogie

Drei faszinierende, starke Frauenfiguren stellt Rainer Werner Fassbinder in das Zentrum seiner BRD-Trilogie. Diese radikal subjektive Archäologie der jungen Bundesrepublik zeigen wir jetzt erstmals komplett im Theater.

DIE EHE DER MARIA BRAUN beginnt mit einer Hochzeit im Bombenhagel und endet mit einem großen Knall. Maria Braun opfert ihre Liebe und Gefühle dem gesellschaftlichen Aufstieg, wobei der Moment des größten geschäftlichen Erfolgs zugleich ihre größte Niederlage und ihr tragisches Ende ist. Veronika Voss, eine ehemalige Nazi­-Filmdiva in DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS, ist nie in der Gegen­wart angekommen und wird von der skrupellosen Psychia­terin Dr. Katz mit Morphium in den Tod getrieben. LOLA ist die Geschichte einer Anpassung. Der neue Baudezernent von Bohm verliebt sich in Lola, von der er nicht weiß, dass sie eine Prostituierte aus dem Bordell ist, in dem die ganze Stadtelite samt Bürgermeister verkehrt. Doch am Ende fin­det er überraschenderweise sein Glück...

Mit der BRD-­Trilogie stellt Fassbinder ganz radikal die Frage nach dem emotionalen Preis, den die Bundesrepublik für den raschen Wiederaufbau und Wiederaufstieg als Wirtschafts­macht gezahlt hat. Als Abbild der Zeit, Melodram, bitterböse Gesellschaftssatire entstand die BRD­-Trilogie mitten in der sogenannten »bleiernen Zeit« und ist aus heutiger Sicht auch ein »Blick zurück im Zorn« über die vertanen Chancen für einen echten Neuanfang.

Inszenierung Frank Behnke
Bühnenbild Peter Scior
Kostüme Lili Wanner
Video AndreasKlein
Musikalische Leitung Lothar Müller
Dramaturgie Barbara Bily
Klavier Martin Speight
Percussion Dominik Hahn
Bass Jürgen Knautz

Ab dem 28. September 2019


Foto: Theater Münster



Webauftritt von stadt40

Teile jetzt diesen Artikel