Das Ende der Mäuseplage – das Ende der Seuche

Neue Münze für das Archäologische Museum der Uni Münster zeigt Szenen aus dem Trojanischen Krieg

Eine ganz besondere neue Münze zeigt das Archäologische Museum der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster ab Donnerstag, 26. August, im Fürstenberghaus am Domplatz 20-22. „Auf der Münze ist eher ein Nebenschauplatz des Trojanischen Krieges zu sehen“, räumt Kustos Dr. Helge Nieswandt ein. „Aber genau damit beginnt Homers Ilias: mit einer Seuche, die im griechischen Heerlager grassiert.“


Eine grassierende Seuche? Das kommt einem derzeit doch irgendwie bekannt vor, zumal es sich auch bei der antiken Krankheit um eine Zoonose gehandelt haben soll, also eine Krankheit, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann. „Ausgelöst wurde sie damals offenbar durch eine Mäuseplage, die der verärgerte Gott Apollon geschickt hatte.“ Daher sei er Apollon Smintheus genannt worden, griechisch für der „Mäusetöter“. Der Sage zufolge gelingt es dem Hirten Ordes, den Gott zu besänftigen und ihn mit seinem Oberpriester zu versöhnen. Eigenhändig bekämpft Apollon schließlich die Mäuse. Der trojanische Krieg geht weiter – mit dem Sieg der Griechen.


Während man gegen die aktuelle Pandemie auf die Wissenschaft und auf die Einhaltung der Corona-Regeln setzt, war der Mythos um das gottgewollte Ende der vermeintlich krankheitsbringenden Mäuse in der römischen Kaiserzeit allgegenwärtig. Aus dieser Zeit, von etwa 251 bis 253 nach Christus, stammt das neue Exponat. Geprägt wurde es in der antiken Stadt Alexandria Troas an der Nordwest-Küste der heutigen Türkei. Die Münze zeigt die komplizierte Gemengelage um den Gott, Hirten und Priester. Sogar eine von Apollons Pfeilen getötete Maus ist darauf zu sehen. Der „Förderverein Öffentlicher Münzsammlungen in Westfalen“ hat das kostbare Stück für das Archäologische Museum der WWU erworben.


„An der Universität hat die Forschung zu Alexandria Troas durch die Arbeiten der Forschungsstelle Asia Minor vor Ort schon Tradition“, unterstreicht Museumsdirektor Prof. Dr. Achim Lichtenberger. Eine eigene Vitrine im Museum präsentiere bereits Fundstücke aus der antiken Metropole. „Die neue Münze ergänzt den universitären Bestand ideal.“ Zu sehen ist sie während der Öffnungszeiten, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr und jeden zweiten Freitag im Monat bis 24 Uhr. Der Eintritt ist frei.


© WWU Münster 



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