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Maltes Zauberkasten hilft dem SCP in Meppen nicht

Sven Hübscher ist weg. Gemerkt hat man davon nichts. Oh Wunder, es spielte der alte SCP

Es waren so viele Zahlen die vor dem Montagsspiel in der dritten Liga im Raum standen: Münster hatte 128 Tage ohne Sieg verbracht, 14 Gegentore in den letzten fünf Partien kassiert und 36 Gegentore kassiert. Doch all das sollte gegen Meppen der Vergangenheit angehören. Der Verein versuchte mit Merch den „12. Mann“ zu beschwören, der Vorstand wünschte sich eine „Aufholjagt“. Arne Berez wurde als neuer Interimstrainer auserkoren für diese Trendwende, den Abstieg in die vierte Liga gilt zu verhindern.

 

Bei seiner ersten Pressekonferenz am Freitag war er sich seiner Aufgabe durchaus bewusst. Besonders auf der Defensive habe der Fokus gelegen, fasst Moritz Schwegmann von der SCP Geschäftsstelle zusammen. Vom Trainer heißt es: „Wir haben im Training nochmal die wichtigen Basics gegen den Ball gelegt. Bis zum Spiel am Montag wollen wir noch die übrigen Spielphasen durchgehen, das gibt mir als Trainer dann insgesamt ein gutes Gefühl.“

 

Basics? Spielphasen? Gutes Gefühl? 

Ein Blick auf die 14. Minute gegen Meppen verrät, was sich hinter diesen Phrasen versteckt. Ein unglaublich hoher, langer Ball aus der Meppener Abwehr kommt nach vorne. Luka Tankulić will den Ball annehmen, wird etwas von Ole Kittner bedrängt, umklammert, schaut gar nicht in Richtung Ball, sondern in Richtung Münsteraner Tor. Dann schaut er nach oben und der Ball kommt, Tankulić fällt hin, der Ball prallt auf. Kittner, der für den Fall vom Meppener 10er gesorgt hatte, tut es ihm gleich und in einem theatralischen Sprung geht er zu Boden. Der Aufprall des Balles auf den nassen Meppener Rasen scheint für eine Art Erosion gesorgt zu haben, Kittner zieht es die Beine weg. Letztlich hat keiner den Ball bekommen. Doch eine Station weiter steht leider, ja leider, Deniz Undav. Der nimmt den Ball mit einer ungeheuren Leichtigkeit an, hält ihn wie im Training einige Male hoch und jongliert ihn so an dem frischen Erdogan vorbei in den Sechzehner. Er legt sich die Kugel schließlich auf links vor und lupft ihn in das lange Eck. Niehues hat keine Chance. Ein Traumtor. Oder wie der Meppener Trainer, Christian Neidhart, nach seinem 250sten Spiel sagte: „Die macht er im Training auch oft“. Der SCP, eine Trainingsmannschaft?

 

Basics? Spielphasen? Gutes Gefühl? 

Niehues ist nach diesem Treffer stinksauer. Kittner hat jedoch nichts Besseres zu tun, als sich beim Schiedsrichter für die höhere Gewalt der Erdanziehungskraft zu beschweren. Er hat Tankulić gefoult, sei hier mal festgehalten. Wie kann es also sein, dass ein „Pass“, ein kick-and-rush Ball, die gesamte Münsteraner Mannschaft aushebelt? Ja, ein Tor alle Träume auf eine Trendwende zerplatzen lässt.

 

Das Tor viel auch noch in der ersten Viertelstunde. In den gesamten 19. Spielen dieser Saison hat der SCP ganze 8 Tore in den ersten 15. Minuten einstecken müssen. Was das für die Moral des Teams heißt, ist klar. Was das für den Spielverlauf heißt, ist klar. Was das für den Trainerwechsel heißt, ist klar. Nein, gestern Abend hätte Sven Hübscher noch auf der Bank sitzen können und keiner hätte was gemerkt.

 

Die restlichen 75. Minuten sind Makulatur. Meppen muss sich hier die Chancenverwertung zum Vorwurf machen. Der SCP darf sich noch bedanken, dass man hier nicht mit einer Klatsche nach Hause geschickt wurde. Man ist mit dem 1:3 (0:1) sehr gut bedient. Dass es wieder durch die alt bekannten „totstell-Taktik“ zeitweise durch den eingewechselten Dadashov 1:2 steht ist irrelevant, Meppen macht den Sack in der 84. Minute zu.  

 

In der letzten Minute kassiert dann auch noch der „Flankengott“ Heidemann rot. Das erinnert an eine späte rote Karte von Simon Scherder gegen Viktoria Köln. Es hat sich nichts geändert. Münster kann jetzt nur auf einen guten Retter hoffen. Auf einen Trainer mit Bundesligaerfahrung. Doch am Freitag kommt mit Magdeburg schon der nächste Gegner. Welchen Zaubertrick Malte Metzelder wohl diesmal für uns bereit hält?

   

Foto: pixabay