Befehlshaber gibt das Kommando in Afghanistan ab

Der Befehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, General Austin Scott Miller, hat im Zuge des internationalen Truppenabzuges sein Kommando abgegeben.

Bei einer Zeremonie in Kabul übergab Miller am Montag seine Aufgaben an General Kenneth McKenzie, den Chef des US-Zentralkommandos (Centcom) mit Sitz in Florida. Von dem US-Bundesstaat aus werden die militärischen Aktivitäten der USA in 20 Ländern im Nahen Osten sowie in Zentral- und Südasien koordiniert. 

Miller hatte die Koalitionstruppen in Afghanistan seit September 2018 befehligt. Die jetzige Übergabe des Kommandos an Centcom stellt einen wichtigen Schritt hin zum Ende des internationalen Afghanistan-Militäreinsatzes dar. 

Parallel zum Rückzug der ausländischen Truppen haben die radikalislamischen Taliban allerdings zuletzt immer mehr Gebiete erobert. Die Aufständischen nahmen in den vergangenen Wochen zahlreiche Provinzen und wichtige Grenzübergänge ein. 

Seit dem Beginn des Abzugs aller Nato-Truppen Ende April haben die Taliban nach eigenen Angaben bereits 85 Prozent des Landes erobert. Sie kontrollieren demnach rund 250 der knapp 400 Bezirke in Afghanistan - eine Darstellung, die allerdings nicht unabhängig überprüft werden kann und von der Regierung in Kabul zurückgewiesen wird.

Trotz des Vormarsches der Taliban hatte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag seine Entscheidung für den raschen Truppenabzug aus Afghanistan verteidigt. Die USA hätten seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ihre Ziele im Anti-Terror-Kampf am Hindukusch "erfüllt", sagte er. 

fwe/dja



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