Milliardär Branson erreicht den Weltraum

Der britische Unternehmer und Abenteurer Richard Branson hat sich seinen Traum vom Flug ins Weltall erfüllt. Nach Angaben seines Unternehmens Virgin Galactic erreichte er an Bord des Raumfliegers "VSS Unity" zusammen mit anderen Passagieren am Sonntag den Weltraum und erlebte einige Minuten lang Schwerelosigkeit. Es sei "die Erfahrung seines Lebens" gewesen, sagte Branson beim Rückflug zur Erde. 

"Gratulation an unser wundervolles Team bei Virgin Galactic für 17 Jahre harte, harte Arbeit, um uns so weit zu bringen", sagte der Unternehmer in einem Livestream aus dem Raumflugzeug.

Ein Trägerflugzeug war am Sonntagmorgen (Ortszeit) mit der "VSS Unity" vom Raumfahrtbahnhof Spaceport im US-Bundesstaat New Mexico abgehoben. An Bord der "VSS Unity" befanden sich der 70-jährige Milliardär Branson, zwei Piloten und drei weitere Passagiere. 

In einer Höhe von rund 15 Kilometern ließ das Trägerflugzeug die "VSS Unity" los. Das wie ein Düsenjet aussehende Raumfahrzeug erreichte dann nach dem Aufstieg in 85 Kilometer Höhe den Weltraum. Dort konnten die Insassen für einen Moment die Schwerelosigkeit erleben und die Krümmung der Erdoberfläche beobachten. Rund eine Stunde nach dem Start landete die "VSS Unity" wieder. 

Vor dem Start hatte Branson beim Onlinedienst Twitter geschrieben: "Es ist ein wunderschöner Tag, um ins All zu fliegen." Dazu postete er ein Video von sich, wie er auf dem Fahrrad zur Abflugstelle fuhr sowie ein Foto mit SpaceX-Chef Elon Musk, der anlässlich seines Weltraumflugs vorbeigekommen war. 

Branson hatte Virgin Galactic 2004 gegründet, 2014 sorgte der Tod eines Piloten durch einen Unfall während des Fluges für eine starke Verzögerung des Programmes. Seitdem hat die "VSS Unity" 2018, 2019 und im vergangenen Mai dreimal erfolgreich den Weltraum erreicht. 

Bransons Unternehmen Virgin Galactic will ab dem kommenden Jahr zahlende Weltraumtouristen ins All bringen. Branson steht damit in Konkurrenz zum privaten Raumfahrtunternehmen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos, dem er nun einen Schritt voraus ist. Der reichste Mensch der Welt will seinerseits am 20. Juli in den Weltraum fliegen - als Passagier des ersten bemannten Flugs von Blue Origin. 

Nach dem Flug am Sonntag plant Virgin Galactic noch zwei weitere Flüge, bevor Anfang 2022 das Geschäft mit zahlenden Passagieren beginnen soll. In Zukunft will das Unternehmen 400 Flüge pro Jahr absolvieren. Bisher sind rund 600 Tickets an Menschen aus 60 Ländern verkauft. Sie kosten zwischen 168.000 und 210.000 Euro. Obwohl Bransons Motto lautet, dass "der Weltraum uns allen gehört", bleiben die Reisen also vorerst ein Privileg für Reiche. 

fwe/bfi



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