Polizeipräsident wertet Urteil als klare Botschaft

Polizeipräsident Falk Schnabel wertet das Urteil des Landgerichts im Fall des Missbrauchskomplexes als klare Botschaft: Auch diejenigen, die bei Missbrauch bewusst wegschauen und nicht eingreifen, erwarte eine erhebliche Strafe.

Münster - "Mit dem gebotenen Respekt vor gerichtlichen Entscheidungen darf ich vielleicht sagen, dass ich das Urteil des Landgerichts Münster persönlich sehr begrüße. Die Entscheidung verstehe ich auch als Bestätigung und Anerkennung der guten, aber auch außerordentlich belastenden Ermittlungsarbeit aller Kolleginnen und Kollegen der EK Rose, denen ich für ihren unermüdlichen Einsatz erneut Dank sage. Vom gestrigen Tag geht für mich die Signalwirkung aus, dass jeder, der sexualisierte Gewalt gegen Kinder verübt, grundsätzlich damit rechnen muss, zeitlebens nicht mehr in Freiheit zu kommen. Die Ermittlungs- und Fahndungserfolge der letzten Zeit belegen, dass wir noch lange nicht am Ende sind."

Nach über einem Jahr arbeiten immer noch 75 Ermittlerinnen und Ermittler in der Kommission. Sie haben bislang etwa 850 der 1.400 IT-Asservate ausgewertet. Die auf den IT-Asservaten gefundenen Dateien beinhalten ein Datenvolumen von rund 1,2 Petabyte. Die unermüdliche Arbeit hat dazu geführt, dass bis heute (7.7.) 53 Tatverdächtige identifiziert werden konnten, 31 davon sitzen in Haft. Immer wieder finden sich Hinweise auf weitere Tatverdächtige, an deren Identifizierung mit Hochdruck gearbeitet wird. Insgesamt 32 Kinder identifizierte die Ermittlungskommission in Deutschland als Opfer.

"Für diejenigen, die bei Missbrauch bewusst wegschauen und nicht eingreifen, werte ich das Urteil außerdem noch als klare Botschaft, dass auch sie eine erhebliche Strafe erwartet", betont der Polizeipräsident.

Polizei Münster

Foto: Polizei Münster



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