"Wir möchten eine sprachfähige Kirche"

In Paderborn studieren auch junge Frauen und Männer aus dem Bistum Münster das Fach Angewandte Theologie. Drei von ihnen berichten, wie sie das Studium erleben.

Glaube und Religion haben Mirjam Hamacher „schon immer gefesselt“, wie die 21-Jährige aus dem niederrheinischen Örtchen Grieth bei Kalkar erzählt. Im Schatten der Kirche aufgewachsen war sie immer im Gemeindeleben aktiv – dass sie nach der Schule auch beruflich in den Dienst der Kirche treten würde, hat in ihrem Umfeld eigentlich niemand mehr gewundert. Und so lebt Mirjam Hamacher nun als Studentin in Paderborn, wo sie im vierten Semester das Fach Angewandte Theologie an der Katholischen Hochschule (KatHo) studiert.

Bis vor einem Jahr hieß der Studiengang noch Religionspädagogik, er wurde überarbeitet und die Studierenden konnten in die Angewandte Theologie wechseln. Diese Qualifizierung wird sowohl als Präsenz- als auch als Fernstudiengang angeboten. Nach dem Studium können sie zum Beispiel als Pastoralreferenten arbeiten oder religionspädagogische und pastorale Dienste in Ordensgemeinschaften, kirchlich-religiösen Bildungsbereichen und in caritativen Einrichtungen übernehmen. 

Ein Weg, den auch die 25-jährige Christin Brüning aus Neuenkirchen im Kreis Steinfurt eingeschlagen hat. „Wir möchten eine sprachfähige Kirche, die von der Gesellschaft verstanden wird“, erklärt sie, „dazu brauchen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Fokus auf Verkündigung und Wissensvermittlung“.

Die beiden jungen Frauen möchten nach ihrem Bachelor-Abschluss als Pastoralassistentinnen in einer Pfarrei des Bistums Münster ihre Ausbildung zur Pastoralreferentin absolvieren. „Das ist ein Beruf, der sich, ebenso wie die Kirche, gerade in einem starken Wandel befindet. Es ist noch unklar, wie das Berufsbild in Zukunft aussehen wird“, sagt Christin Brüning. 

Gerade das findet sie, ebenso wie Mirjam Hamacher, spannend. „Ich schlage einen Beruf ein, den ich mit anderen neu definieren kann“, betont die Neuenkirchenerin, die vor ihrem Studium bereits als Erzieherin gearbeitet hat. Ihr ist es wichtig, dass der Bachelor-Abschluss ihr viele Optionen offen hält.

Davon möchte auch Ulrich Müllender aus Münster profitieren, der gerade im zweiten Semester Angewandte Theologie studiert. „Der Fokus wird während des Bachelor-Studiums darauf gelegt, praxisnah zu arbeiten“, sagt er. Ob er aber schon nach sechs Semestern das Studium beenden will, weiß er noch nicht. „Ich habe Feuer für die Themen gefangen und spiele mit dem Gedanken, weiter Theologie zu studieren“, führt der 25-Jährige aus und lächelt: „Bevor ich mich entscheide, warte ich die erste Prüfungsphase ab.“

Studierende, die später im Bistum Münster ihren Dienst leisten möchten, werden durch das Institut für Diakonat und Pastorale Dienste (IDP) in Münster betreut. Pastoralreferent und Ausbildungsreferent Christoph Schulte informiert als IDP-Ansprechpartner für diesen Bereich über den Studiengang, die Möglichkeiten des Einsatzes und den Pastoralen Dienst im Allgemeinen. Das IDP ist im Internet oder telefonisch unter 0251 49515600 zu erreichen. Die Aufnahme des Studiums erfolgt jeweils zum Wintersemester.

Bistum Münster / Christian Breuer

Foto: Bistum Münster



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