Wenn Kinder schlechte Esser sind

Wer seine Kleinen aktiv in die Essensplanung einbezieht und für Abwechslung sorgt, macht ihnen wieder Appetit

Baierbrunn - (ots) -  Anstatt sich bei jeder Mahlzeit auf den Teller zu stürzen, stochern manche Kinder nur lustlos im Essen herum - und sind nach wenigen Häppchen bereits satt. Für Eltern oft ein Grund zur Sorge. Meistens handelt es sich aber um normale und vorübergehende Entwicklungsphasen, "Solange ein Kind wächst, zunimmt und es vom Kinderarzt als gesund eingeschätzt wird, brauchen sie sich keine Gedanken zu machen", sagt Prof. Dr. Berthold Koletzko, Leiter der Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung im Dr. von Haunerschen Kinderspital am Klinikum der Universität München im Apothekenmagazin "Baby und Familie".

Kinder aktiv einbinden, aber nicht zwingen

Meistens können Eltern schon mit einfachen Mitteln ihren vermeintlich schlechten Essern wieder Lust aufs Essen machen: Nahrungsmittel, die Kindern nicht schmecken, bieten viele Eltern gar nicht mehr an. Ein Fehler, denn Kinder essen vor allem das, was sie kennen - der sogenannte Mere-Exposure-Effekt: Je häufiger wir etwas essen, desto positiver finden wir es. "Deshalb trotzdem immer wieder Gemüse oder Obst auf den Tisch stellen", rät Prof. Koletzko.

Zwingen sollte man seine Kinder aber nicht, bestimmte Lebensmittel zu essen. Lieber eine gesunde Ernährung vorleben - und dabei ruhig schwärmen, wie gut es schmeckt. Helfen kann es auch, wenn man die Kleinen aktiv in die Ernährung einbezieht und gemeinsam Essenspläne erstellt. Manchmal reicht auch schon ein bisschen Abwechslung auf dem Teller. Denn Kinder, die lustlos essen, empfinden Mahlzeiten oft einfach als langweilig: Ein buntes Gemüsegesicht kann das ändern. Grundsätzlich gilt: Haben Eltern den Eindruck, dass etwas nicht stimmt, dass das Kind müde, blass und abgeschlagen wirkt, sollte man sofort einen Kinderarzt aufsuchen.

Wort & Bild Verlag



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