IHK richtet Nachhaltigkeitsausschuss ein

Die Vollversammlung der IHK Nord Westfalen hat in Münster Grundsätze für eine nachhaltige Wirtschaft beschlossen und einen „Ausschuss für unternehmensverantwortliche Nachhaltigkeit“ eingerichtet.

Münsterland/Emscher-Lippe-Region - Ein Ziel ist es, den IHK-Bezirk, der das Münsterland und die Emscher-Lippe-Region umfasst, zu einer Region für nachhaltige Wirtschaft zu entwickeln. Deshalb fordert die Vollversammlung die Mitgliedsbetriebe der IHK auf, „ambitionierte Schritte hin zu insbesondere auch ökologisch nachhaltigem Wirtschaften zu unternehmen“. Ökologisches Handeln soll ein Aufgabenschwerpunkt in der IHK-Arbeit für die Unternehmen werden und auch für die IHK als Organisation selbst geltender Maßstab sein.

„Unsere Wirtschaft steht vor einem tiefgreifenden Wandel, die Entwicklung zu einer grundlegenden Nachhaltigkeit ist kein vorrübergehender Trend“, betonte IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer zu Beginn der Debatte die wirtschaftliche Notwendigkeit der Entwicklung. Dabei sieht er die innovative Wirtschaft der Region als „Teil der Lösung der Probleme“. 

Der neue Ausschuss, in den die Vollversammlung 24 Unternehmerinnen und Unternehmer aus allen Wirtschaftsbranchen berufen hat, soll nun die Grundsätze weiter ausarbeiten und konkretisieren. Unter den Mitgliedern sind auch drei Unternehmen aus der Finanzwirtschaft, auf deren grundlegende steuernde Wirkung Hüffer hinwies. „In der Unternehmensfinanzierung gewinnen Nachhaltigkeitskriterien an Bedeutung“, heißt es auch in der Beschlussvorlage für die Vollversammlung.

Die Vorlage und die Grundsätze wurden von einem Arbeitskreis unter der Leitung des Unternehmers Carsten Sühling erarbeitet. Der Geschäftsführer der Spaleck Holding GmbH & Co KG aus Bocholt betonte gegenüber den Mitgliedern der Vollversammlung: „Letztendlich geht es hier nicht nur um die langfristige Sicherung unserer Lebensgrundlagen, sondern auch um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.“

In seinem Grundsatzpapier mahnt der Arbeitskreis: „Ohne progressive und proaktive Beiträge der Wirtschaft droht ein erheblicher Verlust an Akzeptanz durch Politik und Bevölkerung“, der mittel- und langfristig nachteilige Rahmenbedingungen für die Wirtschaft bewirke. „Es besteht hoher Handlungsdruck für die Wirtschaft“, machte Sühling klar, wobei er hervorhebt, dass „unbemerkt von der Öffentlichkeit bereits viele Betriebe große Schritte in Richtung Nachhaltigkeit gegangen sind.“ 

Auch nach Ansicht der Vollversammlung stehen die Ziele der ökologischen Nachhaltigkeit wie zum Beispiel der Klimaneutralität wie auch der Umwelt- und Ressourcenschutz „nicht im Widerspruch zum Gesamtinteresse der Wirtschaft“, das die IHK gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten hat. „Je schneller die Wirtschaft die sich aus diesen Zielen ergebenden Anforderungen bewältigt, umso besser wird sie sich langfristig im Wettbewerb positionieren und ihre eigene Zukunft sichern“, heißt es wörtlich in den Grundsätzen.

Dabei war und ist dem interdisziplinär besetzen Arbeitskreis bewusst, dass sich nicht jedes Unternehmen und jede Branche in der Lage befindet, die anspruchsvollen Nachhaltigkeitsziele ohne Weiteres zu erreichen: „Hier braucht es Unterstützung, die eine schrittweise Neuausrichtung ermöglicht und über Herausforderungen hinweghilft.“ 

Zudem fordert die IHK im dritten Grundsatz „gesetzliche Rahmenbedingungen und langfristig geltende Leitplanken, um Investitions- und Planungssicherheit zu gewährleisten“. Dabei sollten gesetzliche Vorgaben „vorrangig Zielcharakter aufweisen und weniger bürokratische Nachweispflichten aufbauen“. Eine sinnvolle Basis bilden nach Ansicht der IHK nationale und internationale Regelungen, die gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen auch bei Nachhaltigkeitsmaßnahmen sicherstellen.

Als eine erste Maßnahme zur Unterstützung der Betriebe, nachhaltiger zu wirtschaften, sollen Weiterbildungsangebote entwickelt werden.

IHK Nord Westfalen

Foto: Roman Milert / Fotolia



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