Erster Citizen-Science-Tag an der WWU

Zeitzeugen, Hobbyforscher und Neugierige sind willkommen: Die aktive Mitarbeit von Bürgern in Forschungsprojekten steht im Mittelpunkt des ersten Citizen-Science-Tages an der Universität Münster am 11. Juni.

Münster - Die aktive Mitarbeit von Bürgerinnen und Bürgern in Forschungsprojekten steht im Mittelpunkt des ersten Citizen-Science-Tages an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster, zu dem die Citizen-Science-AG der Universität und die Stiftung WWU Münster einladen. 

Die Veranstaltung findet am 11. Juni (Freitag) von 9.15 bis 16.45 Uhr statt. Nach Impulsvorträgen am Vormittag können die Besucher nachmittags am Gespräch teilnehmen, unter anderem mit Prorektor Prof. Dr. Michael Quante, Hans-Bernd Wolberg, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, und den Preisträgern des Citizen-Science-Wettbewerbs 2020. Eine Posterausstellung zeigt ausgewählte partizipative Projekte der Universität Münster.

Drei Vorträge bieten einen Einblick in die Bedeutung bürgerwissenschaftlicher Forschung. So spricht Dr. Susanne Hecker vom Museum für Naturkunde Berlin über den Mehrwert von Citizen Science für Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Die Kommunikationswissenschaftlerin leitet die deutsche Citizen-Science-Plattform „Bürger schaffen Wissen“. Dr. Markus Seidel vom Zentrum für Wissenschaftstheorie (ZfW) der WWU beleuchtet das Verhältnis von Demokratie und Wissenschaft und die Rolle der Bürgerwissenschaft in diesem Spannungsfeld. Dr. Susanne Tönsmann, Geschäftsführerin der partizipativen Wissenschaftsakademie an der ETH Zürich, beleuchtet in ihrem Vortrag die Frage „Wer lernt was mit Citizen Science?“

Die Veranstaltung ist öffentlich und digital. Angesprochen sind alle Interessierten, auch wenn sie bislang noch nicht in einem Projekt der WWU mitgeforscht haben. Die Einwahldaten für die kostenlose Teilnahme finden sich auf der Webseite der Arbeitsstelle Forschungstransfer: www.uni-muenster.de/AFO/CS/. Der Citizen-Science-Wettbewerb wird finanziell gefördert von der Stiftung WWU Münster.


Citizen-Science-Projekte bei der Posterausstellung:

- Biologie: Hunde-App (Dr. Alexandra Mutwill, Verhaltensbiologie), Preisträgerprojekt 2019

- Geoinformatik: SenseBox (Dr. Thomas Bartoschek)

- Geschichtswissenschaft/ Studium im Alter: Demokratiegeschichte (Dr. Veronika Jüttemann)

- Geschichtswissenschaft/ Westfälische Salzwelten: Kinderkuren in Westfalen (Dr. Lena Krull, Jeanette Metz und Katharina Armbrecht), Preisträger-Projekt 2020

- Geschichtswissenschaft/ Stadtarchiv Münster/ Kulturverein F24: Die Hausbesetzung in der Frauenstraße. Wie Studierende und ehemalige Aktive ein politisches Thema in historischer Perspektive erforschen (Dr. Philipp Erdmann, Stadtarchiv Münster)

- Kirchengeschichte: #askingthepopeforhelp. Jüdische Opfer des NS-Regimes in den Quellen des Vatikans (Dr. Barbara Schüler)

- Landschaftsökologie: Biodiversität auf Kirchenland (Prof. Dr. Tillmann Buttschardt)

- Landschaftsökologie: Monitoring Agroforstwirtschaft (Thomas Middelanis, Julia Binder), Preisträger-Projekt 2020

- Politikwissenschaft: Innovative Social Investment – Strengthening communities in Europe (Carolin Schönert)

- Q.UNI/MExLab Physik: LaborLeeze (Jessica Oertel)

- Ur- und frühgeschichtliche Archäologie: Megalithik (Leo Klinke), Preisträger-Projekt 2019

- Interdisziplinär: Lmet Literary Modelling and Energy Transition – Development and Application of a Transdisciplinary Theory of Models (PD Dr. Robert Matthias Erdbeer)

- Interdisziplinär: BIOCIVS − Partizipation zur Sicherung des Nachhaltigkeitsnutzens und der gesellschaftlichen Teilhabe (in) der Bioökonomie (Victoria Hasenkamp)

Infos zum Citizen-Science-Wettbewerb (Monika Koop)

WWU Münster

Foto: Teelke Meyenburg. Laien und Wissenschaftler erarbeiten in einem Projekt aus dem Institut für Landschaftsökologie ein Monitoring moderner Agroforst-Ökosysteme.



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