Flüssiges Radfahren

Leezenflow: Flüssiges Radfahren ohne Stopps Grüne-Welle-Assistent für Radfahrende

Prototyp wird ab sofort an der Promenade getestet / Online-Befragung / Freie Software


Münster (SMS) Der Prototyp des "Leezenflows", dem Grüne-Welle-Assistenten für Radfahrerinnen und Radfahrer, wird ab sofort an der Promenade in Münster getestet. Das Gerät befindet sich vor der Fahrradampel am Hörstertor und zeigt dynamisch an, wann sich die aktuelle Ampelphase ändert. So kann jede Radfahrerin und jeder Radfahrer individuell die Fahrtgeschwindigkeit anpassen, um ohne Stopp bei Grün über die Kreuzung zu fahren.
Die Idee des Leezenflows stammt aus dem Wettbewerb "Münsterhack" und wurde von der Stadt Münster in Zusammenarbeit mit dem "Hackathon-Team" für den Echtbetrieb weiterentwickelt. Fahrradampel und Leezenflow sind durch die sogenannte Bike-to-X-Kommunikation miteinander verbunden. Dadurch passt sich die Leezenflow-Anzeige in Echtzeit an die Ampelsteuerung an. Diese Technik ist auch als Car-to-X-Kommunikation bekannt und wird dafür genutzt, dass Autos automatisiert Daten mit Ampeln austauschen. In Münster wird sie nun erstmalig für den Radverkehr eingesetzt.

"Der Leezenflow ist ein weiterer Baustein für Münster auf dem Weg zur Fahrradstadt 2.0", erklärt Stadtbaurat Robin Denstorff. "In Münster fahren jetzt schon viele Menschen mit dem Rad und es sollen noch mehr werden. Daher ist es wichtig, die vorhandenen Kapazitäten für den Radverkehr weiter zu optimieren und dafür auch intelligente Lösungen zu nutzen."

"Anhand der dynamischen Anzeige können Radfahrende individuell die Geschwindigkeit anpassen.


"Anhand der dynamischen Anzeige können Radfahrende individuell die Geschwindigkeit anpassen. Also selber entscheiden, ob noch mal in die Pedale getreten wird, um die Grünphase mitzunehmen oder man lieber ausrollen lässt", beschreibt Dr. André Wolf, Leiter der Stabsstelle Smart City Münster, die Funktionsweise des Leezenflows. "Mit Leezenflow soll der Radverkehr im Fluss bleiben. Dies erhöht sowohl den Radfahrkomfort als auch die Radverkehrs-Kapazität auf der Promenade, die eine zentrale Funktion in Münsters Fahrradnetz einnimmt."

Alle Radfahrerinnen und Radfahrer sind aufgerufen, Leezenflow an der Promenade, Ecke Hörstertor zu testen. "Direkt ab Projektstart untersucht die Universität Münster Wirkung und Akzeptanz des Leezenflows", erklärt Dr. Thomas Terstiege, Projektkoordinator in der Stabsstelle Smart City. "Wir wollen herausfinden, ob die Anzeige verständlich ist und ob der Leezenflow sowohl die Geschwindigkeit als auch die Sicherheit des Radverkehrs steigert. Außerdem sind wir an der Akzeptanz und an Verbesserungsvorschlägen interessiert und starten dafür eine Online-Befragung."

Dem Piloten am Hörstertor sollen weitere Standorte folgen. "Ziel ist es, Leezenflow langfristig an weiteren Ampelkreuzungen, etwa auf den Velorouten, einzusetzen, um den Radverkehr in Münster noch attraktiver zu gestalten", blickt Phillip Oeinck vom städtischen Fahrradbüro in die Zukunft. 
Das Projekt wurde gemeinsam von der "bCyber UG", "Code for Münster", Münster School of Design (FH Münster) und "swarco" in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Smart City, dem Amt für Mobilität und Tiefbau sowie dem Stadtplanungsamt umgesetzt. Zur weiteren Förderung der Zusammenarbeit wird der Quelltext des Leezenflows komplett zum Nachbauen und Verbessern als Freie Software ("open source") veröffentlicht. Weitere Informationen und den Link zur Befragung gibt es unter www.leezenflow.de


Foto: Oben: Sie alle haben den neuen "Leezenflow" schon genutzt und finden den Hinweis auf die Dauer der Grünphase richtig gut (v.l.): Stadtbaurat Robin Denstorff, Max Stewen (Fahrradbüro), Bastian Bleker (bCyber). Thomas Terstiege (Smart City), Ulrich Zelke (Amt für Mobilität und Tiefbau) und André Wolf (Leiter Smart City).  
Foto: Stadt Münster, Amt für Kommunikation.



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