USA kein Garant mehr für Weltordnung

Steinmeier bekräftigte das Eintreten für eine multilaterale Weltordnung und die Suche nach diplomatischen Kompromissen als Basis internationaler Politik

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine "strategische Antwort" der Europäischen Union auf Veränderungen in der Weltpolitik angemahnt. Derzeit "erleben wir die größten Verwerfungen in der Weltordnung seit dem Fall der Berliner Mauer", sagte Steinmeier laut Redetext am Donnerstag bei der Eröffnung eines Planspiels von Studenten in Erfurt, die Diplomatie bei den Vereinten Nationen simulieren.

"Die Vereinigten Staaten ziehen sich aus ihrer Rolle als Garant der Weltordnung zurück", sagte Steinmeier. China weite "seinen Einfluss aus - und das sicherlich nicht als Kraft für Demokratie und Menschenrechte". "Die Europäische Union muss noch ihre eigene strategische Antwort auf all dies formulieren", ergänzte der Bundespräsident.

Der frühere Bundesaußenminister bekräftige dabei zudem das Eintreten für eine multilaterale Weltordnung und die Suche nach diplomatischen Kompromissen als Basis internationaler Politik. "Einen Konflikt kann man womöglich in 14 Stunden vom Zaun brechen, aber es kann 14 Jahre dauern, ihn zu befrieden", sagte er. "Auch wenn das Verhandeln manchmal mühsam ist – es stellt die einzige Alternative zu Krieg und Konflikt dar."

bro/cfm


© Agence France-Presse

Foto: dpa/picture-alliance




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