Sicherheit von Journalisten gefährdet

USA fordern Israel zum Schutz von Journalisten im Nahost-Konflikt auf

Nach dem israelischen Luftangriff auf ein von internationalen Medien genutztes Gebäude im Gazastreifen haben die USA an Israel appelliert, für die Sicherheit von Journalisten zu sorgen.  "Wir haben den Israelis direkt gesagt, dass die Gewährleistung der Sicherheit und des Schutzes von Journalisten und unabhängigen Medien eine vorrangige Pflicht ist", erklärte am Samstag die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki.

US-Präsident Joe Biden telefonierte nach dem Raketenangriff auf das 13-stöckige Hochhaus, das unter anderem von der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) genutzt worden war, mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu. Dabei brachte Biden nach Angaben des Weißen Hauses seine Besorgnis über "die Sicherheit von Journalisten" zum Ausdruck.

Netanjahu betonte seinerseits nach Angaben seines Büros in dem Telefonat, dass seine Regierung "alles" tue, um in dem eskalierten Konflikt mit den Palästinensern Schaden für Unbeteiligte zu vermeiden. 

Bei den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen war das 13-stöckige Gebäude, in dem neben der AP auch der katarische Fernsehsender Al-Jazeera Büros hatte, von mehreren Raketen zerstört worden, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. 

Die israelische Armee begründete den Angriff damit, dass sich in dem Haus auch militärische Anlagen des Geheimdienstes der radikalislamischen Hamas befunden hätten. Der Eigentümer des Hauses war nach eigenen Angaben eine Stunde vor dem Angriff vom israelischen Geheimdienst gewarnt und zur Evakuierung des Gebäudes aufgefordert worden.

Biden bekundete in dem Telefonat mit Netanjahu seine "schwere Beunruhigung" über die Eskalation des Konflikts, wie das Weiße Haus mitteilte. Er bekräftigte demnach aber zugleich seine "starke Unterstützung" für das "Recht Israels, sich gegen die Raketenangriffe der Hamas zu verteidigen".  

Biden sprach zudem am Samstag erstmals seit seinem Amtsantritt vor vier Monaten mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. In dem Telefonat betonte der US-Präsident laut Weißem Haus, dass die Hamas damit aufhören müsse, Raketen auf israelisches Territorium abzufeuern. Abbas hat allerdings keinen direkten Einfluss auf die Hamas. Seine Fatah-Bewegung steht in einem Rivalitäts-Verhältnis zur Hamas.

Der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern ist in den vergangenen Tagen in einem Maße eskaliert wie seit seit Jahren nicht mehr. Die israelische Armee griff seit Montag rund 800 Ziele im Gazastreifen an. Dabei wurden nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden insgesamt 145 Menschen getötet, darunter 41 Kinder. Weitere rund 1100 Menschen wurden bei den israelischen Angriffen im Gazastreifen verletzt.

Radikale Palästinenser schossen ihrerseits aus dem Küstenstreifen mindestens 2300 Raketen auf Israel ab. Dabei wurden zehn Menschen getötet, unter ihnen ein Kind und ein Soldat. Mehr als 560 weitere Israelis wurden durch die Raketenangriffe verletzt.

dja

© Agence France-Presse


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