Die Iden des Merz

Faust in der Tasche - der Tragödie erster Teil

A. Münstermann: Katerstimmung in Deutschland. Die SPD wählt und wählt und wählt, während Harbeck sich zum Kanzlerkandidat mausert und die AfD bereits die Zeit danach vorbereitet. Und die CDU? Läßt sich von ihrer Vorsitzenden vollquatschen, als wären sie der FC Bayern mit Interims-Coach Annegret Kramp-Karrenbauer. Die müden Worte selbst zur Formulierung des Angebots ihres Rücktritts waren so leidenschaftslos wie die Vorstellung intimer Zweisamkeit von Buchhalter. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass sich sowohl der Ju-Vorsitzende Tilman Kuban anderen Präferenzen widmete und der Brutus der Christdemokraten transzendental die Messer wetzte und physisch die Handflächen Applaus imitierend zueinander führte.

Die Konservative Lokomotive aus Merz, Spahn und Amtor hat sich längst in Stellung gebracht und unser Ministerpräsident Armin Lasche überlegt nur noch, in wessen Händen er mehr Potential für eigene überregionale Regierungsambitionen legt.

Unsere Bundeskanzlerin kann nur noch zuschauen, wie ihr Wirtschaftsminister öffentlich diskreditiert wird, man in Brüssel mehr über die neue Richtung der EZB unter der Federführung von Christine Largard als über Flintenuschis Notutopienagenda in Brüssel, denn letztere bekommt nicht einmal ihre Kommission bestätigt, geschweige denn, Gesetze mit selbiger auf den Weg.

Merkel hat alle in Position gebracht und alles verloren, weil keiner ihrer Kandidaten ihr Format und das nüchtern analysierende Kalkül einer Physikerin hat.

Na ja, vielleicht doch, allerdings eher auf der dunklen Seite der Macht.

Ob der Mephistopheles der Demokratie den Kampf um die Gunst des Dr. Faustus alias der CDU gewinnt, hängt unmittelbar von Gretchen ab, und das ist in Gestalt der neuen Bundesländer noch sehr sprunghaft.

Mal sehen, ob sie auf das Geschmeide, Rente auf Aktienbasis hereinfällt oder sich doch am Ende für den langweiligen aber besseren Weg der Karthasis entscheidet.

Fortschritt durch Mäßigung. Zumindest in Zukunft.

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