Trost und Dank aus 64 Lautsprechern

„Mozart – The Sound of Distant Presence“ in der Klinikenkirche des UKM

Münster (pbm/acl). Trost und Dank für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Universitätsklinikums Münster (UKM): In der Klinikenkirche Maria Heil der Kranken kamen sie am 18. April in den Genuss von Mozarts Requiem d-Moll – natürlich coronakonform. Denn genau das ist das Besondere an der Klanginstallation „Mozart – The Sound of Distant Presence“.

Rund 120 Musikerinnen und Musiker aus 14 Länder haben dafür im Rahmen eines experimentellen Lehrprojekts am Institut für Musikpädagogik der Universität Münster (WWU) zusammengearbeitet. In den eigenen vier Wänden zeichnete jeder seine Stimme auf, anschließend wurden diese auf 64 Tonspuren arrangiert. Ebenso viele Lautsprecher waren in der Klinikenkirche aufgebaut, die die Tonspuren in Form einer wiederkehrenden Tonschleife wiedergaben. Die Besucherinnen und Besucher erwartete ein einmaliges Klangerlebnis, denn – sich frei bewegend im Kirchenraum – konnten sie einzelnen Stimmen ganz nah und so lange sie wollten lauschen.

Der 18. April, nationaler Gedenktag an die Opfer der Corona-Pandemie, war bewusst gewählt: „Heute gedenken wir der Verstorbenen der Pandemie und ihren Angehörigen, die zum größten Teil nicht Abschied nehmen konnten und die allein mit ihrer Trauer zurechtkommen müssen“, erklärte Dr. Leo Wittenbecher, leitender Klinikpfarrer. Auch die UKM-Mitarbeitenden hätten im zurückliegenden Jahr zum Teil an vorderster Front gegen die schlimmen Auswirkungen der Pandemie gekämpft. „Hier sollen sie eine Möglichkeit bekommen, die eigenen Erlebnisse spirituell zu verarbeiten“, verdeutlichte Wittenbecher. Zudem solle mit dem kulturellen Angebot den Mitarbeitenden für ihren Einsatz gedankt werden.

Nur wenige klassische Kompositionen kommen der aktuellen Pandemie-Situation so nahe wie Mozarts-Requiem, meint Aline Klieber. „Ein Requiem passt zu der Unsicherheit, die wir verspüren, und den vielen Fällen von tragischem Verlust“, erklärte die studentische Hilfskraft des Kulturbüros der WWU. Sie hat die Klanginstallation mitorganisiert, die Idee dazu stammt von der Dirigentin und Dozentin Marion Wood, die die künstlerische Leitung des Projekts inne hat.

Premiere feierte die Klanginstallation, ein seltenes Kulturerlebnis in dieser Zeit, anlässlich des Jahrestages des ersten Lockdowns am 16. März. Fünf Tage lang hatten Besucher die Möglichkeit, einen 40-minütigen Zeitfenster zu buchen. Ursprünglich sollte „Mozart – The Sound of Distant Presence“ nach dem 18. April noch einen weiteren Tag in der Klinikenkirche zu erleben sein, doch die coronabedingte Notbremse ab dem folgenden Montag verhinderte das. Die Verantwortlichen planen trotz aller Unwägbarkeiten den Aufbau an weiteren Orten in Münster. Über den weiteren Verlauf des Projektes kann man sich per Mail informieren lassen. Hier geht es zum Formular: www.uni-muenster.de/Kustodie/mozart-distant/

Bildunterschriften: Klinikenkirche: In der Klinikenkirche Maria Heil der Kranken war am 18. April, nationaler Gedenktag an die Opfer der Corona-Pandemie, die Klanginstallation „Mozart – The Sound of Distant Presence“ aufgebaut. Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Bistum Münster vom 20.04.2021



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