Blick hinter die politischen Kulissen

Warum Münster nicht bei Greensill investiert hat

Münster (SMS) Als die Finanzaufsicht BaFin die Bremer Greensill-Bank Anfang März wegen drohender Überrschuldung geschlossen hat, bangten neben Tausenden von Privatsparern auch Dutzende deutscher Kommunen um ihre Einlagen. Während die Gelder der Privatsparer im Fall von Bankenpleiten zumindest teilweise über Entschädigungseinrichtugnen abgesichert sind, gibt es ein solches automatisiertes Sicherheitsnetz für kommunale Geldanlagen seit 2017 nicht mehr.

"Die Stadt Münster hat im Sommer 2019 sehr genau hingesehen, als es galt, ein vergleichsweise attraktives Angebot der Greensill-Bank für die Anlage eines längerfristigen Festgeldes zu prüfen", berichtet jetzt Stadtkämmerin Christine Zeller. Die Stadt beauftragte damals eigens die schweizer Agentur Independent Credit View (I-CV) mit einer besonders sorgfältigen Prüfung der Greensill-Bank.

Was sich im Rückblick als kluge Entscheidung erwies. Denn der Prüfauftrag der Stadt Münster führte dazu, dass die Schweizer I-CV-Experten schon 2019 zu einer warnenden Einschätzung hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit der Greensill Bank kamen, während das Institut in den Augen der meisten anderen Fachleute noch unauffällig war. "Münster ist dieser Einschätzung damals gefolgt und hat sich gegen ein Geschäft mit der Greensill-Bank entschieden", so Zeller. Damit blieb der Stadt – anders als vielen anderen Kommunen in Deutschland - ein mutmaßlicher Millionenschaden erspart.

Stadt Münster vom 09.04.2021




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